Vom Hobby zum Beruf – Instagrammerin Frauke (@Frauki) im Interview

Die 24-jährige Frauke aus Leipzig ist seit mehreren Jahren Content Creator und Influencerin. Durch Zufall und Gruppenzwang hat sie damals die App Instagram runtergeladen und angefangen, ihre Bilder mit der Welt zu teilen. Mittlerweile folgen mehr als 500.000 Menschen ihrem Account, und nun erzählt uns die gebürtige Rostockerin, wie aus ihrem Hobby ein Beruf wurde.

Auf welchen sozialen Netzwerken bist du vertreten?

Aktiv bin ich nur noch auf Instagram und TikTok. Ich hatte früher mal Tumblr, aber da habe ich mich glaube seit einem Jahr nicht mehr eingeloggt.

Wie viel Zeit verbringst du täglich auf sozialen Netzwerken?

Habe mir seit letztem November ein Limit für Social Media gesetzt (da ist dann auch WhatsApp drinne) von 90min täglich. Auf Instagram werde ich nach 45min daran erinnert, dass ich fast schon eine Stunde hier verbracht habe.

Beschreibe die Arbeit als Content Creator in 3 Worten!
Wunderbar, erfüllend, arbeitsintensiv.

Wie bist du Content Creator geworden? Und was hast du davor gemacht?

Glaube das sagen viele, aber eine richtige Antwort habe ich dafür auch nicht. Ich bin sozusagen reingerutscht. Nach dem Abi wusste ich damals nicht was ich studieren soll, bin also ein Jahr nach Kanada für Work und Travel. Dann zurück und angefangen zu studieren, nebenbei die typischen Studentenjobs gemacht: Barfrau und Gläsersammler im Nachtclub, an der Kasse bei Lidl, Weihnachtsmarkt und Co.

Das Geld, was da gespart wurde, ist dann immer in Trips geflossen und nebenbei hat man die Bilder gemacht und hochgeladen. Irgendwann hat dann eine Firma geschrieben und gefragt ob ich Bilder für sie machen würde in meinem Foto-Stil und ich war ganz überrascht, dass man damit ganz normal Geld verdienen kann.

Naja, und knapp drei Jahre später sind wir in der Gegenwart und ich mach das mit den Fotos als Hauptberuf. 🙂 Ich finde immer, wenn das Produkt zu dem was ich sowieso veröffentliche passt, dann kann man das auch ganz normal einbinden. Beispielsweise eine richtig gute Regenjacke: das teile ich gern mit den Leuten. Mittlerweile darf ich auch viel für Destinationen selbst arbeiten, da finde ich es dann einfach super spannend die Region zu entdecken und anschließend davon zu berichten.

Wie schaffst du es, deiner Ästhetik treu zu bleiben und dennoch Product-Placements zu integrieren? Und wonach suchst du deine Kooperationen aus?

Kooperationen aussuchen tue ich trotzdem sehr gezielt. Man wird zum Beispiel niemals Werbung für Zigaretten oder Alkohol auf meinem Account sehen (und ja, wurde und wird relativ häufig angeboten).

Da bedanke ich mich dann natürlich für die lieb gemeinte Anfrage, sage dann aber, dass ich kein Interesse habe. Zumal auch meine Zielgruppe recht jung ist.

Ist es schwer, täglich einen Post hochzuladen? Wie viel Arbeit / Zeitaufwand hängt hinter einem einzigen Posting?

So schwierig finde ich das meist gar nicht. Also bei den Reisen entstehen da unglaublich viele Bilder, die man einfach total gern mit der Welt teilen möchte. Der Zeitaufwand ist immer ganz unterschiedlich. Mal geht man fast 30km wandern für das Bild was man im Kopf hat und hängt sich dann 3h beim Bearbeiten auf, manchmal fährt man irgendwo vorbei und sagt „boah schau mal, hier ist’s so schön, das müssen wir fotografieren.“

Wann hast du das Potenzial hinter deinem Account festgestellt?

Auch eine schwierige Frage, für mich ist das immer noch ganz eigenartig, dass sich relativ viele Leute dafür interessieren an welchen Klippen ich so rumhample oder welche Seen im Sommer besonders gut zum Entspannen und Rumsitzen sind. 😀

Wie hast du in der Social Media Welt deinen Platz gefunden? Verspürst du Druck durch Instagram?

Druck verspüre ich tatsächlich gar keinen mehr. Früher definitiv, aber ich glaube langfristig macht man sich damit kaputt, wenn man immer darüber nachdenkt, was andere von einem und der Arbeit halten. Je entspannter man da ist, desto zufriedener wird man.

Was kannst du jemanden raten, der noch in den Startlöchern steht?

Wer noch ganz am Anfang steht: Nicht gleich aufgeben! Besonders wenn man vielleicht gerade Anfang 20 ist. Das Schlimmste was passieren kann ist, dass es nicht klappt. Ja und? Dann probiert man es noch einmal. Oder man erkennt, dass man Fotografie vielleicht doch nicht als Beruf machen möchte, dann sucht man sich etwas anderes. Heutzutage hat man so viele Möglichkeiten und wir werden durchschnittlich viel älter als zum Beispiel unsere Urgroßeltern noch. Da sollte man es sich selbst wert sein, das zu probieren was man möchte und ins kalte Wasser springen.

Folgst du nur Leute aus dem Travel Bereich oder bist du auch auf anderen Profilen mit unterschiedlichem Stil unterwegs?

Mit meinem @frauki-Account folge ich, glaube ich, fast nur anderen Fotografen. Überwiegend aus dem Travelbereich, klar. Habe aber zum Beispiel auch unendlich viel Respekt vor Leuten, die Portraits machen. Wie man Menschen so einfangen kann fasziniert mich jedes Mal aufs Neue.

Wir haben ebenfalls gesehen, dass du auf TikTok präsent bist. Kannst du dadurch einen Zuwachs oder eine Veränderung in deiner Community auf anderen Plattformen erkennen?

TikTok habe ich noch gar nicht so lange, aber tatsächlich kommen seitdem ab und zu mal DMs auf Instagram, dass sie mich durch TikTok gefunden haben und das cool finden, dass ich auch Fotos hochlade. 🙂

Woher nimmst du deine Inspiration? Wählst du deine Reiseziele anhand von Instagram/Pinterest-Bildern aus?

Ganz viel kommt definitiv von Instagram. Wenn man dann etwas sieht was man unbedingt mal mit eigenen Augen sehen möchte, googelt man ein wenig rum, entdeckt vielleicht auch noch andere Orte, die in der Nähe sind und so weiter.

Wenn ich in der Heimat bzw. Europa bleiben möchte, verbringe ich aber ganz viel Zeit auf Google Maps und Google Earth, da findet man dann oft auch Orte, die man auf Instagram vielleicht noch nicht so oft gesehen hat.

Wohin wird sich deiner Meinung nach Influencer-Marketing in den nächsten Jahren entwickeln?

Influencer Marketing: Ich kann es Null einschätzen. Gefühlt ist gerade ein riesen Hoch und alle nutzen Social Media, weil die Jugend kaum noch Fernsehen schaut. Bin sehr gespannt, wo sich das noch hinbewegt.

Was sind deine Ziele für deinen Account? Kannst du dir vorstellen, das für immer oder hauptberuflich zu machen oder hast du beruflich noch andere Wünsche/Ziele?

Ziel dieses Jahr ist es, ein wenig weg zu kommen von dem entspannt am See Sitzen. Möchte gern noch mehr wandern gehen, weil mir genau das eben so viel Spaß macht und denke mal, das wird sich auch auf dem Account zeigen.

Ronny

Ronny

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