Nano-Influencer: Ein Blick hinter die Kulissen!

Den Beitrag teilen

Ein Interview mit @paginerlove.

Erst vor ein paar Wochen haben wir einem Beitrag mit allen wichtigen Infos zu Nano-Influencern veröffentlicht. Jetzt hatten wir die Möglichkeit Pia ein paar Fragen zu stellen und einen Blick hinter die Kulissen des Nano-Influencer-Daseins zu erhaschen. Pia lebt in Harrislee bei Flensburg. Die 28-Jährige teilt auf ihrem Instagram Account Outfit-Inspirationen und kann sich damit ein kleines Taschengeld verdienen.

Was hat dich dazu gebracht dich auf Instagram anzumelden?

Erst habe ich mich angemeldet, um selber nur zu schauen und mir Outfit-Inspirationen zu holen, bevor ich dann selber aktiv wurde.

Auf welchen sozialen Netzwerken bist du vertreten?

Ich bin auf Instagram, Facebook, TikTok vertreten.

Wie viel Zeit verbringst du täglich auf sozialen Netzwerken?

Puh, zu lange ich denke so 3-5 Stunden sicherlich

Beschreibe die Arbeit als Content Creator in 3 Worten:

Abwechlungsreich, arbeitsintensiv, spannend.

Wie hast du deinen eigenen Stil gefunden?

Ich habe mich viel ausprobiert – mein Motto lautet aber: „Einfach machen! Sonst wirst du nie wissen, ob es dir gefällt.“

Beschreibe bitte kurz wie du Content Creator geworden bist. Was machst du neben Instagram beruflich?

Ich bin gelernte Bankkauffrau und habe 2013 meine Ausbildung abgeschlossen. Danach habe ich nebenberuflich noch vier Jahre meinen Fachwirt und meinen Betriebswirt gemacht. In dieser Zeit habe ich mich auch bei Instagram angemeldet, einfach nur um zu schauen und „dabei zu sein“. Als ich dann aber gemerkt habe, wie viel Spaß das machen kann, habe ich einfach selber mal einen Account erstellt und Bilder hochgeladen, da ich selber sehr gerne vor der Kamera stehe und es mir die Spaß macht – das ist bis heute so geblieben. Irgendwann kamen dann die ersten Kooperationsanfragen per Mail, so nahm das Ganze seinen Lauf.

Hast du bereits bezahlte Partnerschaften? Könntest du davon leben?

Ja das habe ich. Leben kann ich davon allerdings lange nicht. Man darf nicht vergessen, dass ich auch alle Produkte, die mir zur Verfügung gestellt werden voll versteuern muss. Da bleibt am Ende also nicht viel übrig. Darum geht es mir aber im Vordergrund nicht. Ich liebe den Austausch mit Gleichgesinnten sehr und sehe es einfach als netten Nebenverdienst, neben meinem Hauptjob, an.

Wie schaffst du es deiner Ästhetik treu zu bleiben und dennoch Product-Placements zu integrieren? Und wonach suchst du deine Kooperationen aus? Wie wichtig sind dir Kooperation?

Das schaffe ich, indem ich nur Partnerschaften mit Firmen eingehe, hinter denen ich wirklich stehe oder deren Produkt ich sehr mag. Denn nur dann möchte ich meinen Followern auch etwas zeigen. Ich lehne tatsächlich auch viele Anfragen bereits ab, da sie einfach nicht zu mir passen. Das wichtigste sind sie für mich aber nicht. Bei mir steht immer die Inspiration (oft in Sachen Mode) und auch der Austausch im Vordergrund, genau darum mache ich das Ganze.

Ist es schwer täglich einen Post hochzuladen? Wie viel Arbeit / Zeitaufwand hängt hinter einem einzigen Posting?

Das ist neben einem 40-Stunden Job garnicht mal leicht. Täglich posten und wirklich aktiv bin ich erst seit Oktober 2019, merke aber auch, dass ich da manchmal an meine Grenzen stoße. Besonders für den Input in Stories. Wenn ich den Tag über nur bei der Arbeit bin, gibt es nichts sonderlich Spannendes zu zeigen, so muss man immer wieder kreativ werden, um seinen Followern einen Mehrwert zu bieten.

Meine Bilder produziere ich meist an den Wochenenden vor, um dann gewappnet zu sein. Aktuell habe ich Bilder immer für 1 1/2 Wochen etwa vorgeplant. Der Zeitaufwand für ein Bild ist immer unterschiedlich, es wird aber so oft leider unterschätzt. Das geht vom Überlegen einer Idee/ einer Geschichte/ oder eines Sets über das Zusammenstellen von Outfits, danach über das Selektieren der Bilder – in einem Shooting mache ich oft bis zu 900 Bilder. Die Besten bearbeite ich und dann geht es noch an die Bildunterschrift. Auch hier muss man wieder kreativ werden. Das kann also schon mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen, besonders, wenn man bei den Bildern so perfektionistisch ist und einach das Beste rausholen möchte.

Orientierst du dich an anderen Influencern?

Ich lasse mich gerne inspirieren. Ich denke das macht Instagram auch aus. Wichtig ist finde ich nur, dass man, falls man mal ein Bild eines anderen Bloggers als Inspiration nimmt, diesen immer mit als Inspiration verlinkt – das gehört sich einfach – sieht leider aber auch nicht jeder so.

Verspürst du Druck durch Instagram?

Nein, Druck verspüre ich keinen, da ich das Ganze nur zum Spaß mache und schon so viele liebe Mädels dadurch kennenlernen dufte.

Folgst du nur Leuten aus deinem Genre oder bist du auch auf anderen Profilen mit unterschiedlichem Stil unterwegs?

Ich muss schon sagen, dass ich vielen Profilen folge, die meinem ähnlich sind. Einfach, weil man dadurch natürlich auch gemeinsame Interessen hat.

Findest du es wichtig auf allen sozialen Netzwerken vertreten zu sein? Wie stehst du zu TikTok?

Nein, das finde ich nicht wichtig. Zumindest nicht für mich, die das Alles als Nebenjob und aus Spaß macht. TikTok habe ich schon viele Jahre und liebe es sehr. Kann mich manchmal stundenlang in der App verlieren und liebe das Prinzip sehr. Aktiv bin ich dort allerdings (noch) nicht. Ist aber auch in Planung.

Woher nimmst du deine Inspiration? Wählst du deine Bildmotive anhand von Instagram/ Pinterest Bildern aus?

Tatsächlich lasse ich mich sehr viel auf Instagram selber inspirieren, nutze aber auch Pinterest, wenn ich nach einer Bestimmten Art Bild suche oder Inspiration benötige. Vieles fällt mir aber auch schon direkt ein, wenn ich ein Outfit oder Produkt sehe, ich war immer schon ein sehr kreativer Mensch.

Wie wichtig ist dir ein einheitliches Feed?

Steht bei mir nicht an oberster Priorität. Ich denke, dass der Feed in Zukunft auch immer weniger an Bedeutung haben wird und der Fokus eher auf den Stories liegen wird, da man hier den „wirklichen“ Menschen kennenlernt.

Wohin wird sich deiner Meinung nach Influencer Marketing in den nächsten Jahren entwickeln?

Ich denke, dass es auch weiterhin ein super interessantes Thema bleiben wird. Viele haben ja schon prophezeit, dass die Blase bald platzen wird, das sehe ich allerdings noch nicht. Ich denke wie gesagt eher, dass das Ganze mehr zu Bewegtbildern, Videos und Stories gehen wird.

Wie reagiert dein Umfeld auf deinen Social Media Account?

Das ist tatsächlich ganz gemischt. Ich habe auch Freunde, die kein Instagram haben, die sind dann immer super interessiert an dem Ganzen, einige stehen dem auch sehr skeptisch gegenüber, was für mich auch vollkommen okay ist. Jeder soll seine eigene Meinung vertreten. Das wichtigste für mich ist, dass mein „engster Kreis“ mich voll und ganz unterstützt und sich auch dafür interessiert, was ich dort so mache.

Was sind deine Ziele für deinen Account? Kannst du dir vorstellen das Hauptberuflich zu machen oder hast du beruflich noch andere Wünsche/Ziele?

Mein nächstes Ziel ist es tatsächlich, die 10.000 Follower-Grenze zu knacken, damit ich endlich den Swipe-up Link nutzen kann, um meine Outfits zu verlinken. Bisher mache ich das alles manuell oder auf Nachfrage und beantworte viele Nachrichten dazu, das würde mir das Ganze doch wesentlich leichter machen. Ansonsten habe ich keine genauen Ziele – einfach weiter machen und das wichtigste: Spaß haben! Die Selbstständigkeit mit Instagram wäre für mich persönlich eher nichts, da ich ein sehr sicherheitsorientierter Typ bin, nebenberuflich möchte ich aber super gerne weiter machen.

Hast du durch Social Media neue Kontakte / Freundschaften ziehen können?

Oh ja und wie! Das ist genau der Grund, warum ich Instagram so liebe. Oft habe ich das Gefühl, dass mir einfach nur Freundinnen folgen, mit denen ich mich jeden Tag austauschen kann. Oft frage ich auch, welches Kleidungsstück besser ist und bekomme prompt Antworten – einfach cool!

Mit vielen Mädels schreibe ich täglich, die Entfernung hat es aber oft noch nicht zugelassen, sich persönlich zu sehen. Mit anderen wiederum konnte ich mich auch schon persönlich treffen, was immer so toll war! Hoffe das geht genau so weiter.

Vielen Dank an Pia für die ausführlichen Antorten und den Einblick in ihren Influencer Alltag!

Obwohl es Nano-Influencer wie Sand am Meer zu geben scheint, ist es wichtig, sich genau mit jedem einzelnen vor einer Zusammenarbeit auseinanderzusetzen. Wenn man noch nicht mit Nano-Infuencern zusammengearbeitet hat, kann es sinnvoll sein, sich an eine auf Influencer Marketing spezialisierte Agentur zu wenden.

Schlagworte

Den Beitrag teilen

Noch Fragen?

Schreib uns oder ruf an, und wir vereinbaren gerne einen Beratungstermin mit dir.

Kontaktiere uns!

Ronny Kühnert