Poparazzi – Ist der Hype berechtigt?

Ein neuer Stern am App-Store-Himmel – die Fotografie-App Poparazzi hat in vielen Ländern die Top-Ränge der Download-Charts erklommen. Das Prinzip der App? Total easy. Der User selbst ist nicht für die Pflege seines Accounts verantwortlich, die Freunde spielen „Poparazzi“ und befüllen die Profile ihrer Kontakte. Datenschutz und Transparenz? Eher zweitranging.

Eine Social Media App im Kampf gegen Perfektion

Zielgruppe der App Poparazzi ist die GenZ. // Bildquelle: constine.substack.com

„The Anti Selfie Selfie Club“. Mit diesen Worten stellt sich die App vor. Catchy Logo, cooler Retrofilter, witzige Icons – die Anwendung kommt wie ein typischer Gen-Z-Magnet daher. Hinter dem Look steckt allerdings eine kritische Überlegung: Die Macher von Poparazzi wollen mit ihrer App gegen Perfektion und Selfie-Kultur auf Social Media ankämpfen. Kein Wunder also, dass Poparazzi Abstand zu Instagram sucht und eng mit Snapchat zusammenarbeitet. User können zwischen ihren Accounts auf den beiden Apps switchen und so mehr „Pops“ (so werden die Schnappschüsse der Freunde auf dem eigenen Profil genannt) ansammeln. Wo Paparazzi ihre Fotos meist ohne die Einstimmung der darauf zusehenden Personen verkaufen, obliegt dem User bei Poparazzi die Macht über seinen Account. Wenn Unzufriedenheit bei einem Bild aufkommt, kann es ohne Probleme vom Inhaber des Accounts gelöscht werden.

Recht am eigenen Bild? Eher nicht.

Trotzdem: Wer einen öffentlichen Account auf Poparazzi besitzt, muss damit rechnen, dass JEDER einen Pop von ihm posten kann. Erst mit Aktivierung des Privatmodus lässt sich der Freundeskreis begrenzen. Um eine höhere Aktivität der User zu motivieren, muss der Nutzer nach dem Download die Synchronisation seines gesamten Adressbuches zustimmen. Sobald er das tut, folgt Poparazzi allen Kontakten, die bereits in der App registriert sind. Sind noch keine Freundschaften geknüpft, mahnt die App, sie funktioniere „literally only with friends.“

Die Zielgruppe von Poparazzi mag diesen Vorgang nicht als bedenklich empfinden. Die Verbraucherzentrale hat allerdings Probleme mit der Data Security rund um den neuen Hype. Sonja Welzel von der Verbraucherzentrale Bremen sieht vor allem drei Punkte kritisch:

  • Nutzer finden im App-Store keine Informationen zu Poparazzi in ihrer Sprache
  • Die App kann nur mit Freigabe des Kontaktbuches funktionieren, was nach DSGVO-Standards problematisch ist
  • Betroffene Kontakte werden nicht über die Weitergabe ihrer Nummer informiert

Die Meinungen im App Store zu Poparazzi sind gespalten: Wo die einen schon bei der Frage um die Adressbuch-Freigabe Rot sehen, beschweren sich manche über ewige Ladezeiten oder über ständige Fehlermeldungen. Das eigene Konto zu Löschen soll sich ebenfalls schwierig gestalten.

Spinnt sich die Abwärtsspirale bereits?

Dazu kommt, dass Poparazzi aktuell eine „iOS-only“ App ist. Android-User sind aktuell noch ausgeschlossen. Alles in allem zeigen sich erstaunlich viele Parallelen zum „Clubhouse-Hype“ Anfang des Jahres. Beide Apps lockten mit Exklusivität, beide Apps haben fragwürdige Datenschutzbestimmungen und beide Apps profitierten von einem Hype.

Aktuell scheint es sogar so, als würde der Trend um Poparazzi ein jähes Ende finden, bevor sich die App überhaupt etablieren konnte. Aktuelle Zahlen von Appfigures zeigen eine Abwärtsspirale innerhalb der letzten Tage – ein Clubhouse-ähnliches Bild.

Es bleibt Abzuwarten, ob sich die Macher von Poparazzi den Herausforderungen rund um Sicherheitslücken und Verfügbarkeit stellen können, oder ob wir bei dem Wort „Paparazzi“ bald wieder ausschließlich an TMZ, übergroße Sonnenbrillen und Blitzlichtgewitter denken werden.

Für Informationen zu neuen Social Media Hypes und umfangreichen Influencer- und Social Media-Kampagnen, sollte man auf Expertise einer Social Media und Influencer-Agentur zurückzugreifen.

Katja

Katja

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