Bye-bye Smartphone?

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1983 – Rap-Dance wird zum populärsten Tanzstil in Europa, Deutschland schickt erstmals einen Astronauten ins All und internationale Schuldenberge stellen viele Weltwirtschaften vor eine Zerreißprobe. Wegweisende Ereignisse, keine Frage. Allerdings prägte ’83 auch unsere Telekommunikationszukunft maßgeblich. Am 21. September wurde mit dem Motorola DynaTAC 8000X das erste Handy veröffentlicht – zum stolzen Preis von 4000 US-Dollar. Die Premiere des Smartphones hatte das Hause Nokia zu verantworten, „Büro im Westentaschenformat“ betitelte das Unternehmen ihren „Nokia 9000 Communicator“. Modelle mit integrierter Kamera erschienen erst um 2002.

Während die GenZ mit dem Namen Nokia eher ein Retro-Piece aus Papas Fotoalbum verbindet, waren die Produkte der Marke in den 2000-ern der „Hot Shit“. Wir lassen die Geschichte des Smartphones Revue passieren und stellen die berechtigte Frage: Wie lange sind wir noch an Bildschirm, Betriebssystem und Blechgehäuse gebunden?

Das erste Handy – das Motorola DynaTAC 8000X (QUELLE)

The Next Big Thing

„Heute stellen wir Ihnen drei revolutionäre Produkte vor: Das erste ist ein Breitbild-iPod mit Touchscreen. Das zweite ist ein revolutionäres Mobiltelefon und das dritte ist ein neues, bahnbrechendes Internet-Kommunikationsgerät.“

Mit diesem Worten stellte Steve Jobs, der damalige CEO von Apple, das erste iPhone vor. Die Ankündigungsphase lief gut, die Tech-Begeisterten warteten ungeduldig auf das revolutionäre Gerät, um das so einen Wirbel gemacht wurde. Dementsprechend groß war der Andrang und Jubel, als Jobs das neue Mobiltelefon vorstellte. Doch was hat es mit den im Zitat angekündigten drei Produkten auf sich, das iPhone war doch nur ein Gerät?

Jobs wiederholte die genannten Sätze, bis er das Mysterium auflöste:

„Kapiert ihr es? Das sind nicht drei verschiedene Geräte. Das ist ein Gerät. Und wir nennen es: iPhone. Heute wird Apple das Telefon neu erfinden.“

Steve Jobs bei der Präsentation des ersten iPhones 2007 (QUELLE)

Die Smartphone-Ära

Jobs hat Wort gehalten. Dieser Tag hatte nicht nur erheblichen Einfluss auf die Zukunft des Handy-Marktes, er veränderte die Art, wie wir das Internet nutzen – und welchen Stellenwert das Smartphone in unserem Alltag hat. Ein Leben ohne mobiles Endgerät? Heute nahezu undenkbar.

Wie es bei technischen Innovationen gang und gäbe ist, veränderte sich auch das Smartphone über die Jahre hinweg rasant. Die Qualität der Kameras wurde besser, das Display immer größer und die Pixeldichte deutlich höher. Auch grafisch anspruchsvolle Spiele haben den Weg auf Smartphones und Tablets gefunden, Cloud-Services ermöglichen das Zusammenspiel zwischen Computer, Tablet und Smarthone. Software wie Microsoft Word oder Adobe Photoshop portieren ihre Programme auf mobile Plattformen, die sich von den „originalen Versionen“ kaum unterscheiden lassen.

All in all: Das Mobiltelefon ist heute ein Allround-Computer für die Hosentasche, genau wie Nokia es 2002 bereits vorhergesehen hatte. Obwohl Nokia den Weg für die „Ära Smartphone“ geebnet hat, konnte sich das Unternehmen nicht langfristig auf dem Markt behaupten. Hersteller wie Siemens, Motorola oder Nokia wurden verdrängt, Apple, Samsung und Huawei dominieren heute das Geschäft.

Smartphones und die Nutzung des mobilen Internets haben zudem den Grundstein für Social Media Plattformen wie Instagram, TikTok oder auch Snapchat gelegt. Durch die schnelle Verfügbarkeit, das ständige „Online-sein“ und die vielen weiteren Fiktionen eines Smartphones entstanden zudem neue Jobs wie Social Media Manager oder Influencer.

Ins Stocken geraten

Wegfallende Tastatur, eine Kombination aus Digitalkamera/MP3 Player/Telefon und Gameboy, ein immer schneller und besser funktionierender Zugang zum Internet – nachdem das Smartphone, wie wir es kennen, jährlich neue Innovationen erfahren hat, stagniert diese Entwicklung seit ein paar Jahren.

Ein größeres Display? Eher unnötig, der Bildschirm füllt ja bereits die gesamte Smartphone-Front aus. Das Telefon per Face-ID entsperren? Ganz nett, aber wenig überraschend. Eine bessere Kamera? Come on.

Braucht die Tech-Welt diese Innovation? Das faltbare Smartphone Samsung Galaxy Fold 2 (QUELLE)

Resignation statt Revolution

Es existieren bereits Handys, die weder eine Notch (den Teil des Displays, in dem Frontkamera, Lautsprecher etc. verbaut sind), noch Displayränder vorweisen. Kameras und sogar der Fingerabdrucksensor sind in den Bildschirm integriert.

Doch wie geht’s weiter? Wann können wir uns endlich wieder über eine iPhone-ähnliche Enthüllung einer neuen Innovation freuen, bei der die ganze Welt für ein paar Sekunden den Atem anhält?

Beim Smartphone liegt aktuell kaum revolutionärer Vibe in der Luft. Alle Segel scheinen momentan in Richtung „Faltbar“ zu zeigen. Samsung bietet mit dem Galaxy Fold bereits eine Linie an, die den faltbaren Bildschirm in den Mittelpunkt stellt. Der Vorteil der Technologie liegt auf der Hand: Der Wechsel zwischen großem und kleinerem Display verspricht Unkompliziertheit und ist für viele Anwendungsbereiche nützlich. Auch bei der Kameraqualität gibt es Luft nach oben. Immer mehr Hersteller versuchen, Funktionen von Spiegelreflexkameras in Smartphones einzubauen. Der Erfolg? Eher mittelmäßig. Außerdem wird die Darstellung von Argumented Reality weiter ausgebaut. Realität und digitale Welt soll immer mehr verschmelzen.

Zudem werden Knöpfe und Anschlüsse höchstwahrscheinlich in naher Zukunft verschwinden. Kabeloses Laden, Wireless-Kopfhörer und Fingerabdruckscanner/Gesichtserkennung sorgen dafür, dass das Bedienen per Tastendruck überflüssig wird.

Die Welt durch virtuelle Fenster sehen

Die wohl spannendste Weiterentwicklung des Smartphones legt uns das Gerät nicht in die Hand, sondern mitten auf die Nase. Datenbrillen wirken wie gewöhnliche Brillen, sind allerdings mit einem Mini-Computer ausgestattet – das Display funktioniert als Brillenglas.

Google hat 2014, nur für die USA als offene Beta-Version, bereits „Google Glass“ veröffentlicht. Zusätzlich können Informationen mit Bildern, die über die interne Digitalkamera aufgenommen worden sind, kombiniert werden. Das ist besonders in Hinblick auf Social Media sehr interessant. Google bekam außerdem ein Patent zugesprochen, das eine Lasertastatur für Google Glass beschreibt. So soll die Brille eine virtuelle Tastatur auf die Handfläche des Nutzers projizieren, um beispielsweise Anrufe anzunehmen.

Ziemlich futuristisch, ziemlich spannend. Gegenwind bekommt Google Glass vor allem aus dem Legal Department, Datenschützer kritisieren das Projekt.

Google Glass Datenbrille (QUELLE)

Wir müssen uns in Geduld üben

Die Entwicklung vom 78 Gramm schweren Nokia bis hin zum smarten Computer für die Hosentasche verlief in einem enormen Tempo. So liegen zwischen der Entwicklung des ersten Smartphones und den heutigen High-Tech-Geräten gerade einmal 19 Jahre. Wie geht es mit dem Smartphone weiter? Oder sollte man besser fragen: Wie geht es nach dem Smartphone weiter? Der weitere Weg ist bisher undurchsichtig. Weil die revolutionäre Weiterentwicklung in den letzten Jahren ausgeblieben ist, wächst das Interesse am „Next Big Thing“ kontinuierlich.

Aber wer weiß, vielleicht heißt es bereits in wenigen Jahren statt „gib mir kurz dein Handy rüber“ bereits „lass mich schnell durch deine Gläser schauen“.

Um neue Tech-Trends bestmöglich für die eigenen Online-Aktivitäten zu nutzen, sollte auf die Expertise einer Social Media und Influencer Agentur zurückgegriffen werden.

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Ronny Kühnert


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