Mehr als nur Trendjagd: Meme-Marketing

Eine kleine Analyse des Einsatzes von Memes durch Unternehmen in sozialen Netzwerken anhand aktueller Beispiele. 

Mittlerweile ist den meisten Unternehmen bewusst, wie sehr sich Social Media Marketing für sie lohnen kann. In welcher Form dieses dann eingesetzt wird, ist allerdings häufig ein willkürlicher Versuch mit Trends mitzuhalten, vor allem wenn es um Meme Marketing geht.  

Memes sind seit vielen Jahren nicht mehr wegzudenken aus der Internetlandschaft. Ob jetzt auf memelastigen Seiten wie 9GAG oder reddit, als weitergeleitetes Bild in einer von vielen Familien-WhatsApp-Gruppen oder eben in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter. Es ist also nur natürlich, dass Unternehmen auf den Zug aufspringen und versuchen ihre Reichweite und Bekanntheit durch den mehr oder weniger sinnvollen Einsatz von Memes zu steigern. 

Meme Marketing ist eine Sache für sich.  

Ein aktuelles Beispiel dafür, wie Meme Marketing gut funktionieren kann ist der neuste Netflix-Hit „BirdBox“. Der Film, der am 21.12.2018 bei dem Streamingdienst online gegangen ist, wird zwar von Kritikern eher als durchschnittliche Unterhaltung eingestuft, ist aber mit 45 Millionen Zuschauern innerhalb der ersten Woche trotzdem Netflix‘ erfolgreichster Filmstart.  

Jetzt könnte man argumentieren, dass das einzig und allein an der zeitlichen Platzierung kurz vor den Feiertagen liegt. Oder daran, dass Netflix den Film immer ganz oben bei den Empfehlungen anzeigt. Die meisten Menschen werden allerdings durch Memes auf den Film aufmerksam und neugierig gemacht worden sein.  

Innerhalb weniger Stunden nach Filmstart gingen die ersten Memes in sozialen Netzwerken – allen voran Twitter- viral. Die Memes selbst gingen dabei in zwei verschiedene Richtungen: direkte Reaktionen auf den Plot oder die mittlerweile berüchtigten Bilder von Sandra Bullock im Boot mit verbundenen Augen. Gepaart mit einer „relatable“ Caption, war das Bild auf jede Situation und Zielgruppe anwendbar. Dafür war es auch irrelevant, ob man den Film gesehen hatte oder nicht.

Zusammen mit der „BirdBox Challenge“ (Alltags-situationen mit verbundenen Augen meistern und filmen), bei der erst nur Gaming- Youtuber, irgendwann wirklich jeder, mitgemacht hat, hat der Film in kürzester Zeit alle Social Media Plattformen eingenommen.  

Und das ganz einfach mit User generiertem Content, in Form von „relatable Memes“. Ob Netflix selbst die Aktion gestartet hat oder sie aus Eigeninitiative entstanden ist, spielt für das Ergebnis sicherlich keine Rolle, denn man kann davon ausgehen, dass die meisten Zuschauer über die Memes generiert wurden. 

Alles Ei-nerlei.

Ein weiteres aktuelles Beispiel zeigt, wann es für Unternehmen wahrscheinlich besser ist bei einem Trend mal auszusetzen: Vor einigen Tagen ist das Bild eines Eies in die Geschichte eingegangen, als es einen neuen Rekord aufstellte und zum meistgelikten Bild Instagrams wurde.

Innerhalb kürzester Zeit haben sämtliche Unternehmen soziale Netzwerke mit ihren eigenen Interpretationen des Eies geflutet. 

Was beim ersten Meme noch sehr witzig gewesen sein mag, wirkte schon beim zweiten oder dritten langweilig und unoriginell. Schnell konnte man merken, dass jeder den Trend nutzen und von der Aktualität des Ei-Bildes profitieren wollte.  

Der größte Unterschied zwischen den Beispielen, liegt in der Herangehensweise. Netflix hat mit dem Film das Rohmaterial zur Erstellung des Memes geliefert, alles was danach kam passierte organisch. User haben ihren eigenen Content erstellt, der sich aufgrund der „Relatabilty“ und Authentizität dann rasant verbreitet hat. Die Eier-Memes hingegen sind ein Trend, auf den Unternehmen nur aufgesprungen sind, indem sie selbst die (immergleichen) Memes produziert haben.  

Also gilt bei Meme Marketing: Mit User generated Content lassen sich Trends selbst schaffen, was besser ankommen wird, als von Unternehmen erstellte Memes, die  an einem Trend teilnehmen, statt ihn selbst zu gestalten.

Charlotte Erwin

Charlotte Erwin

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