How To: Budgetierung mit Influencern

  • Die Vergütung von Influencern hängt von Dauer, Umfang, Exklusivität einer Kampagne sowie der Reichweite ab.
  • Es gibt keine allgemeine Antwort auf die Frage nach den Kosten für Influencer Aktionen.
  • Neben der Vergütung der Influencer sind auch weitere Faktoren in der Kostenkalkulation für Influencer Aktionen zu berücksichtigen.

„Und wieviel verdienst du so im Monat?“

Dies ist die Frage, die Influencer wahrscheinlich am häufigsten hören. Und die Frage, die sie vermutlich am meisten nervt. Ganz ehrlich, wer legt schon gerne öffentlich dar, wieviel er oder sie verdient?

Wir wollen die Frage von der anderen Seite betrachten und uns damit auseinandersetzen, welche Faktoren bei der Vergütung eines Influencers eine Rolle spielen.

Bereits vor zwei Jahren haben wir einen ausführlichen Blog-Post zu Preisen und Kosten sowie relevanten Messzahlen im Influencer Marketing geschrieben.

Die wesentlichen Punkte haben sich seit unserem letzten Beitrag nicht geändert, aber wir möchten trotzdem eine aktualisierte Version bieten.

Grundsätzlich gilt noch immer: „Die Entlohnung der Influencer hängt ganz von der Kooperation ab.“

Welche verschiedenen Möglichkeiten der Vergütung gibt es?

Neben der monetären Entlohnung, gibt es auch Zahlungsmodelle wie Product-Seedings , dabei werden einem Influencer kostenlos Produkte zugesendet und zur Vorstellung auf seinem Kanal zur Verfügung gestellt. Rabatt-Codes, entweder nur für den Influencer selbst oder auf Provisions-Basis für die Community der Influencer. Oder auch Sponsorings, die eine längerfristige Zusammenarbeit, bei welcher das Bereitstellen von Produkten mit der monetären Entlohnung verknüpft wird.

Welches dieser Modelle für eine Kampagne am geeignetsten ist, hängt wiederum von der Kampagne selbst und den beteiligten Influencern ab.

Folgende Faktoren sind für die Kosten-Verhandlungen mit Influencern zu beachten:

1. Dauer der Kooperation

Handelt es sich um eine einmalige Aktion oder um eine langfristige Zusammenarbeit?

Influencer sind oft verhandlungsoffener, wenn die Kooperation länger dauert, weil sie so neben der Vergütung auch finanzielle Sicherheit erlangen. Das ist vor allem für Influencer von Vorteil, die sich bereits mit ihrer Tätigkeit selbstständig gemacht haben.

2. Exklusivität

Möchte man, dass ein Influencer exklusiv für das eigene Unternehmen arbeitet und für eine bestimmten Zeitraum keine Konkurrenz-Produkte auf seinem Channel bewirbt, muss man bereit sein entsprechend mehr zu zahlen. Exklusive und langfristige Kooperationen gewinnen im Influencer Marketing immer mehr an Bedeutung. Ähnlich wie Testimonials werden Influencer so stärker an eine Marke gebunden und können dieser ein Gesicht verleihen.

Exklusivität hat aber natürlich ihren Preis. Wer also zukünftig auf exklusive Zusammenarbeiten setzen möchte, sollte sich der erhöhten Kosten bewusst sein.

3. Umfang der Kooperation

Natürlich ist auch der Umfang und der mit der Aktion verbundene Aufwand in den Kosten für einen Influencer zu berücksichtigen. Weil Influencer oft keinen regelmäßigen Tagesablauf haben, fällt es ihnen unter Umständen schwer, einen angemessenen Stundensatz festzulegen. Grundsätzlich verhält es sich aber bei Influencern so, wie bei anderen Freelancern auch: Es sollte die aufgewendete Zeit hinreichend vergütet werden.

Auch, ob für die Umsetzung der Aktion weitere Personen notwendig sind, wie z.B. Foto- bzw. Videografen oder weitere Protagonisten vor der Kamera, sollte berücksichtigt werden.

4. Reichweite und Engagement des Influencers

In unserem letzten Blog-Beitrag haben wir aufgezeigt, woran man authentische Influencer erkennen kann. Wenn man mit seiner Influencer-Aktion Erfolg haben und kein Geld umsonst ausgeben möchte, sollte man darauf achten, nur authentische Influencer einzusetzen.

Wenn man also einen solchen geeigneten Influencer gefunden hat, sollte man sich mit der Reichweite und dem Engagement von eben diesem auseinandersetzen. Am besten fragt man ein Media-Kit an, bevor man mit dem Influencer verbindliche Vereinbarungen zu der Zusammenarbeit eingeht.

Oft stecken hinter den Profilen auch schon viele Jahre unvergüteter Arbeit und Know-how. Influencer bauen teilweise über eine lange Zeit eine passionierte und engagierte Community auf. Man hat es also im besten Fall mit einer vertrauensvollen und konsumoffenen Zielgruppe zu tun. Der Streuverlust ist also häufig geringer als bei klassischen Medien.

Vielen fällt es teilweise schwer einem Influencer eine hohe Summe für eine Kooperation zu zahlen, weil man anders als bei einer Anzeige in einer Zeitschrift einer einzelnen Person Geld zahlt, statt einem Unternehmen. Allerdings sollte man sich von dieser Vorstellung lösen, denn Influencer sind in sich selbst ihr eigenes Gewerbe bzw. ihre eigene Brand. Oft auch mit eigenen Mitarbeitern. Teilweise können Influencer sogar höhere Reichweiten erreichen als klassische Medien. Und das zu einem oft geringeren TKP (=Tausend-Kontakt-Preis).

Außerdem …

Influencer müssen Produkte, die ihnen im Rahmen von Product-Seedings zur Verfügung gestellt werden und für die eine Gegenleistung erwartet wird, versteuern. Es kann also passieren, dass Influencer eine Produkt-Zusendungen ablehnen.

Ein weiterer wichtiger Posten, welcher in der Kostenkalkulation für Influencer Marketing-Aktionen berücksichtigt werden sollte, ist die Künstlersozialkasse (kurz: KSK). Wer an welcher Stelle dafür aufkommt, sollt unbedingt vorab klar sein.

Typischerweise wird jeder Influencer seinen Media-Wert anders einschätzen. Außerdem sieht natürlich auch jede Kampagne anders aus. Somit lässt sich kein Betrag universell für alle Influencer-Kooperationen festlegen.

Um trotzdem eine fundierte Einschätzung über eine angemessene Vergütung eines Influencers zu erhalten und daraufhin eine Entscheidung zu treffen, sollte man sich aller aufgelisteten Faktoren bewusst sein. Im Zweifel kann es hilfreich sein die Expertise eine Influencer Marketing Agentur hinzuziehen.

Charlotte Erwin

Charlotte Erwin

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