HOW TO: Influencer Marketing in Krisenzeiten

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Influencer Marketing gehört dazu. Da würden uns mittlerweile die meisten ohne Einwände zustimmen. Aber als noch relativ junge Marketing-Disziplin ist das Influencer Marketing noch nicht so krisenerprobt wie andere Disziplinen.

  • Influencer müssen genau abwägen, wie stark sie sich zu aktuellen Themen positionieren
  • Die Corona-Krise bringt viele Influencer dazu, ihre Meinung zu dem Thema öffentlich zu machen
  • Unternehmen sollten bei ihrer Recherche nach passenden Influencern auch die politische und gesellschaftliche Meinung der Influencer prüfen

„It´s Corona time“. Aktuell befindet sich ein großer Teil der europäischen Bevölkerung in der Isolation. Aufgrund von Maßnahmen wie Kurzarbeit, Produktionsstopps und Isolation, befinden sich viele Menschen zuhause und nutzen ihre Zeit mehr oder weniger produktiv. Social Media profitiert davon enorm: Plattformen wie TikTok verzeichnen einen deutlichen Zuwachs an Downloads.

Soziale Netzwerke werden in Zeiten wie der aktuellen Corona-Krise genutzt, um mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, unterhalten zu werden oder auch, um die Nachrichten zu verfolgen.

Neben den vielen positiven Aspekten, die Social Media derzeit bietet, zeigt die aktuelle Situation auch die Schattenseiten.

„Und entfolgt.“

Solche Nachrichten flattern in Krisenzeiten vermehrt in die DM-Inboxen von Influencern und Unternehmen.

Egal ob kleinere Skandale oder globale Ausnahmesituationen: Der richtige Umgang mit aktuellen Themen in den sozialen Netzwerken ist essentiell für Influencer.

Dass die Zahl der Abonnenten eines Influencer im Laufe der Zeit immer wieder fluktuiert, ist völlig normal. Dass ehemalige Follower den Wunsch haben mitzuteilen, woran es lag, ist auch nicht neu.

Dennoch birgt diese Thematik großes Konfliktpotenzial für die Influencer. Nicht wenige von ihnen haben ihre Social Media-Tätigkeit zum Hauptberuf gemacht und sind darauf angewiesen, dass Unternehmen mit ihnen zusammenarbeiten. Wenn sie also stärker ausgeprägte Schwankungen in ihren Followerzahlen haben, wirkt das gegebenenfalls abschreckend auf potenzielle Kooperationspartner. Auch eine offene politische Einstellung kann für spätere Kooperationsanfragen zum Verhängnis werden.

Influencer müssen also, ähnlich wie Unternehmen oder Institutionen, vorsichtig mit ihren Äußerungen sein, um handlungsfähig zu bleiben.

Ist ein Influencer verpflichtet, öffentlich Stellung zu beziehen?

Entgegen dieser Situation steht der Trend der Allgemeinheit, immer stärker von Influencern Haltung zu fordern.

Viele sehen es als eine „Pflicht“ der Influencer, dass sie ihre Reichweite nutzen, um auf aktuelle Situationen aufmerksam zu machen und ihre Meinung darüber zu teilen.

Dabei kann es sein, dass ein Influencer gar keine Meinung zu einem Thema hat, sich mit der Thematik zu wenig auskennt, um darüber zu sprechen, oder sich nicht politisch positionieren will. Und wer möchte das schon gerne offenbaren.

Denn Influencer leben von ihrer Authentizität. In nicht wenigen Fällen haben sie ihre Reichweite aufbauen können, indem sie eine klare Einstellung zu einem Thema geteilt haben. Meist aber bei weniger kontroversen Themen.

Die Community hingegen braucht Identifikationsmöglichkeiten mit einem Influencer. Die Bindung zwischen Influencern und ihrer Community fühlt sich nicht selten an wie eine Freundschaft. Und natürlich möchte man, dass einen mit Freunden mehr verbindet, als nur dieselbe Einstellung zu Fitnesstechniken.

Für Influencer ist diese Situation allerdings eine Gratwanderung. Positionieren sie sich zu stark, kann das bedeuten, dass sie Abonnenten oder Kooperationspartner verlieren. Positionieren sie sich gar nicht, kann auch das zu einem Verlust von Followern führen. Meist ist es egal was sie machen, negative Kommentare wird es für beides geben.

Aktuelles Bespiel: Corona-Krise

Das Dilemma wird am Beispiel des Corona-Virus‘ besonders deutlich: Influencer, die mit ihrem Content wie gewohnt weitermachen und sich teilweise außerhalb ihrer Wohnungen in den sozialen Netzen zeigen, werden regelrecht bombardiert mit Nachrichten, in denen ihnen pietätloses Verhalten vorgeworfen wird. Dabei gehen sie vielleicht nur einkaufen oder in den Garten.

Viele Influencer arbeiten sowieso schon viel von Zuhause aus, und somit ändert sich an ihrem Content in Zeiten des Corona-Virus´ gegebenenfalls gar nicht so viel. Sie können also in einem gewissen Maße weitermachen wie bisher und ihre Community mit Content versorgen und so vielleicht sogar von den vielen negativen Schlagzeilen ein wenig ablenken und unterhalten.

Am Beispiel von Nina (@fashiioncarpet) sieht man sehr schön, dass man in Krisenzeiten wie der jetzigen immer auch Menschen verprellen kann.

Hier ein Auszug aus ihrer Story am 16.03.2020:

Aber…

…in der aktuellen Situation scheint es allerdings vielen Influencern leichter zu fallen, Stellung zu beziehen. Das mag zum einen daran liegen, dass es noch relativ wenige Informationen zum Corona-Virus gibt und somit die Gefahr, etwas vollkommen Falsches zu sagen, niedriger ist als bei anderen Thematiken. Zum anderen liegt es aber vielleicht auch an der Tatsache, dass es sich in diesem Fall um ein globales und gesamtgesellschaftliches Problem handelt.

Vermehrt sieht man Influencer, die sich zur Situation äußern, die ihre Community auffordern, zuhause zu bleiben oder auf die offiziellen Informationskanäle verweisen.

Um diese Message noch stärker zu streuen, haben sich bereits viele Influencer zusammengetan und gemeinsam Bildcollagen erstellt, die auf den Kanälen aller Beteiligten gepostet wurden.

Es ist also in Krisenzeiten nicht einfach für Influencer.

Was bedeutet das aber für Unternehmen, die mit Influencern zusammenarbeiten wollen?

Wir haben in unseren Beiträgen schon oft erwähnt, wie wichtig es ist, vor einer Zusammenarbeit mit einem Influencer diesen genau zu recherchieren. Dabei sind die Followerzahlen oder Likes oft weniger wichtig als der Content und die Einstellung des Influencers selbst.

Dazu gehört nicht selten auch darauf zu schauen, wie sich ein Influencer in Krisen- oder Konfliktmomenten verhält.

Arbeitet man mit einem Influencer zusammen, der die Wertevorstellungen des Unternehmens teilt und auch öffentlich anspricht, wird das in den meisten Fällen zu einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit führen.

Die Recherche des richtigen Influencers ist natürlich sehr zeitintensiv. Hilfreiche Tipps gibt es aber auf unserem Blog. Wer noch keine oder schlechte Erfahrungen im Bereich Influencer Marketing gesammelt hat, kann sich auch immer die Unterstützung und Expertise einer Influencer Marketing Agentur holen.

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Ronny Kühnert


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